Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) ist in den vergangenen Jahren zu einem populären Thema geworden. Bisher haben sich aber nur wenige wissenschaftliche Studien damit auseinandergesetzt, wie es sich in der Berichterstattung der Medien widerspiegelt.
Die Medien- und Wirtschaftswissenschaftlerin Tanja Stelzer analysiert in ihrer Studie erstmals systematisch, wie in den fünf für die Wirtschaft wichtigsten Tageszeitungen in Deutschland über CSR berichtet wird. Über einen Zeitraum von sieben Jahren werden relevante Artikel quantitativ und qualitativ ausgewertet: Welche Themen und Facetten von CSR tauchen auf? Werden Motive benannt, warum Unternehmen CSR betreiben sollten? Inwiefern wird die Umsetzung von CSR durch Firmen thematisiert und lässt die Berichterstattung eine Haltung gegenüber CSR erkennen?
Die Autorin arbeitet heraus, dass sich die fünf untersuchten Tageszeitungen mit dem Thema CSR eher schwer tun. Ein hoher Prozentsatz der Berichte erscheint nicht im regulären Teil sondern in werbefinanzierten Sonderbeilagen der Zeitungen. Weiterhin sind die Artikel häufig von Gastautoren und nicht direkt von Redakteuren der Zeitungen verfasst. Insgesamt gesehen ist CSR durchaus ein Thema, das seitens der Journalisten befürwortet wird: Die analysierten Beiträge lassen größtenteils eine positive Haltung erkennen. Inhaltlich beschäftigt sich die Berichterstattung dabei mit der praktischen Umsetzung von CSR, wobei Unternehmen und Akteure im Vordergrund stehen. Die Einbeziehung einer politischen Perspektive bleibt hingegen nahezu aus.
Tanja Stelzer schließt mit ihrer Arbeit eine wissenschaftliche Lücke und legt die Grundlage für eine vertiefende Diskussion über verantwortungsvolles unternehmerisches Verhalten.
Johanssen + Kretschmer fördert mit der Reihe J + K Wissen die praxisbezogene wissenschaftliche Forschung im Bereich der Public Relations. Das Buch ist ab sofort über den Buchhandel zu beziehen.
- Stelzer, Tanja: Corporate Social Responsibility in der
Berichterstattung deutscher Tageszeitungen. Berlin, München, Brüssel
2009.
ISBN 978-3-9-3845648-4
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Jutta Middelberg
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