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Corona-Krise: Politik und Wirtschaft müssen enger zusammenkommen

Corona-Krise: Politik und Wirtschaft müssen enger zusammenkommen

Die Corona–Pandemie hat große Teile des öffentlichen Lebens stillgelegt. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, die Straßen wie leergefegt. Für viele Leute hat sich das Leben entschleunigt. In den Supermärkten, Apotheken und Krankenhäusern des Landes trifft jedoch das Gegenteil zu. Unter Hochdruck wird hier versucht, die Auswirkungen der Krise zu minimieren. Auch die Politik arbeitet mit Hochdruck, um die Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen einzudämmen. Damit beschlossene Maßnahmen langfristig zum effektiven Schutz der deutschen Wirtschaft beitragen, bedarf es allerdings genauer Problembeschreibungen und konkreter Lösungsansätze aus der Privatwirtschaft. Diese sind essenziell, um Deutschland unter geringstmöglichem Schaden aus der Krise zu führen. Der deutsche Wirtschaftsmotor wird nach der Krise nur wieder anspringen, wenn die Expertise der Unternehmen in den Gesetzgebungsprozess der Politik einfließt und alle Beteiligten jetzt eng zusammenarbeiten.

Public Affairs in Krisenzeiten: Herausforderung und Chance zugleich

Um wichtige Signale an die Politik zu senden und die Weichen für eine allmähliche Wiederaufnahme der geschäftlichen Tätigkeiten nach der Krise zu stellen, bedarf es gerade in Zeiten von Covid-19 einer aktiven Public Affairs Kommunikation mit klaren strategischen Zielen. Viele Unternehmen fokussieren sich notdürftig auf die Aufrechterhaltung der ‚wesentlichen‘ Wirtschaftsaktivitäten, um Kosten zu reduzieren und die Krise so unbeschadet wie möglich zu überstehen. Das bedeutet gleichzeitig, dass viele Entscheidungen und Themen, die vorher im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen, nun in den Hintergrund geraten oder vertagt werden. Das ist zwar einerseits nötig, um sich flexibel an die äußeren Krisenumstände anpassen zu können, andererseits können allerdings wichtige Chancen durch die Inaktivität bestehender Kommunikationskanäle und -arbeit verspielt werden. Denn obwohl Public Affairs-Themen wie Klimawandel, Digitalisierung und das Arbeiten von Morgen weniger im Fokus stehen, werden sie nach Eindämmung der Corona-Pandemie wieder zurückkehren. Hier zahlt sich eine vorausschauende und aktive Vorgehensweise aus: Es gilt den Kontakt zu politischen Stakeholdern aufrecht zu erhalten, deren Agenda trotz verschobener Prioritäten bestehen bleibt.

Auch die Pflege und der Aufbau externer Beziehung sollte verstärkt betrieben werden, um Bündnisse zu kreieren und eine starke Aufstellung während und nach der Krise zu gewährleisten. Das derzeitige Handeln jedes einzelnen Unternehmens ist entscheidend dafür, wie es nach der Krise dastehen wird. Dass sich die Erwartungen der Öffentlichkeit an Unternehmen und die Relevanz einzelner Stakeholder durch die Corona-Pandemie massiv verschieben, zeichnet sich bereits heute ab. Grundlegende Fragen des Wirtschaftens und damit zusammenhängende Geschäftsmodelle werden infrage gestellt und erfordern ein umfassendes Umdenken in Politik und Wirtschaft. Die Analyse und Bewertung dieser dynamischen Veränderungen könnte jetzt wichtiger denn je sein: Einerseits um die Risiken und deren Ausmaß abzuschätzen, andererseits um Chancen auszumachen und daraus resultierend einen individuellen Fahrplan für das Unternehmen entwickeln zu können.

Nach dem Shutdown!

Keine Branche kann sich der aktuellen Situation entziehen. Die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen der Corona-Pandemie werden überall einschneidende Veränderungen zur Folge haben. Einzelne Verbände fahren daher gegenwärtige massive Kampagnen gegen den Shutdown. Doch die Diskussionen in den Unternehmen und in Politik und Verwaltung müssen viel weiter gehen: Welche Schlussfolgerungen ziehen wir aus der fehlenden Resilienz unserer Wirtschaft und Gesellschaft? Welche veränderte Arbeitsweise und welche veränderten Wertschöpfungsketten erfordert das? Was muss uns ein krisenfestes Gesundheitswesen künftig wert sein? Sind wir auf die Zeit nach dem Shutdown kurzfristig beim Wiederanfahren der Wirtschaft und in der Zeit danach vorbereitet? Welche Ziele müssen verfolgt und intensiviert werden, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen? Nur Unternehmen, die jetzt aktiv politische und ökonomische Optionen durchspielen und diese Optionen mit der Politik teilen, die aktuelle Entwicklungen begleiten und Strategien für Zukunftsszenarien entwerfen, werden erfolgreich durch die Krise gehen. Jetzt zeigt sich, ob ein Unternehmen adaptionsfähig und resilient genug ist, um die Krise gut zu überstehen oder ob andere Unternehmen die Märkte erobern können.

Dabei ist es zentral, in einem engen Austausch mit wichtigen Stakeholdern zu stehen. Nur die Präferenz der eigenen Stakeholder sichert eine gewichtige Rolle beim Wiederanfahren der Wirtschaft und danach. Das gilt für interne wie externe Stakeholder. Jetzt können klare Rahmenbedingungen diskutiert und Bedingungen für das künftige Wirtschaften sowohl politisch als auch ökonomisch beeinflusst werden. Jetzt entscheidet sich, ob Mitarbeiter die Krise als Miteinander oder als Abwälzen der Folgen empfinden.

Das Arbeitspensum für Public-Affairs-Experten nimmt in der Krise also zu und nicht ab. Wer jetzt seine Public Affairs-Abteilung in Kurzarbeit schickt, der verringert die unternehmenseigenen Chancen einen erfolgreichen Neustart nach der Krise zu meistern.

Von Nora Vester und Steffen Bludschun

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