Wissen.
Wirkung.
Werte.
Wissen.
Wirkung.
Werte.

Unser Claim bringt auf den Punkt, was uns auszeichnet: Wir verstehen nicht nur die komplexen gesellschaftlichen Zusammenhänge, sondern auch die spezifische Situation unserer Kunden.

Durch strategisch gesteuerte Prozesse erzielen wir Ergebnisse, die Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft verändern können.

Und durch zielgerichtete Kommunikation, die eine klare Haltung vermittelt, investieren wir in die Beziehungen unserer Kunden zu ihren Stakeholdern und schaffen Werte.

Unser Claim bringt auf den Punkt, was uns auszeichnet: Wir verstehen nicht nur die komplexen gesellschaftlichen Zusammenhänge, sondern auch die spezifische Situation unserer Kunden.

Durch strategisch gesteuerte Prozesse erzielen wir Ergebnisse, die Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft verändern können.

Und durch zielgerichtete Kommunikation, die eine klare Haltung vermittelt, investieren wir in die Beziehungen unserer Kunden zu ihren Stakeholdern und schaffen Werte.

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Zwischen „Talanoa“ und Pragmatismus - Die COP 23 UN-Klimaverhandlungen in Bonn

Zwischen „Talanoa“ und Pragmatismus - Die COP 23 UN-Klimaverhandlungen in Bonn

Unter dem UN-Vorsitz der Republik Fidschi wurde die 23. UN-Klimakonferenz zum ersten Mal von einem Inselstaat im Pazifik, einem der „Vulnerable 20“ und Mitglied der “Alliance of Small Island State” (AOSIS), ausgerichtet. Aus kommunikativer Sicht interessant war die Nutzung der pazifischen Tradition des ‚Talanoa‘ – einer Form des Storytelling – die auf der COP zum Einsatz kam. Pastor James Bhagwan erzählt, wie sich der Klimawandel bereits jetzt bemerkbar macht: „Im Süden unserer Hauptinsel Viti Levu steht der Friedhof unter Wasser. Die Knochen der Verstorbenen werden hochgespült und mit den Wellen an Land geschwemmt. Wenn wir, wie in Fidschi, nicht mehr wissen, wohin mit unsere Toten, dann trifft der Klimawandel nicht nur die gegenwärtige und die zukünftigen Generationen; er trifft selbst die Vergangenheit.“ Die Friedhofsszene des Pastors von Fidschi ist eine von vielen Geschichten auf der COP 23. Sie illustrieren die Statements der NGO in Sitzungsrunden, werden per Poster an Messeständen erzählt und unterstreichen die Argumente in den Diskussionen der Side Events.

James Bhagwan - Pastor auf Fidschi
James Bhagwan - Pastor auf Fidschi

Die Einführung der pazifischen Tradition des „Talanoa“- der Erzählung von Geschichten - hat die UN-Tagungen in Bonn durch ein emotionales Element erweitert und verfolgt das Ziel, möglichst viele Berichte aller Beteiligten zu hören – das Themenspektrum reicht vom verhinderten Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zu den spezifischen Herausforderungen der Entwicklungsstaaten.

Hauptziel aller teilnehmenden 197 UNFCCC-Vertragsparteien und offizielle Agenda der COP 23 war es, ein einheitliches Regelwerk zu erstellen, damit die Pariser Verträge erfolgreich implementiert werden können. Bei den Runden mit Fokus auf das Regelbuch waren keine grundlegenden Kontroversen erkennbar – die verbleibenden Herausforderungen scheinen eher technischer Natur zu sein, wie z.B. die Differenzen zum Kyoto-Protokoll und die Klärung der Frage zu dessen Gültigkeit. Allein der Umfang an Dokumenten und Randnotizen – alleine 180 Seiten wurden zum Thema Climate Change Mitigation produziert – zeugte von einer Konferenz mit stark inhaltlichem Fokus.

Es schien, als gäbe es weder Zeit, noch die Notwendigkeit für „Talanoa“, für die Geschichten, die zu einer echten politischen Auseinandersetzung führen und damit Verhandlungsdruck aufbauen könnten. Mit der Veröffentlichung des UNEP Reports wurde zwar bestätigt, dass sich die Welt, bliebe sie ihrem heutigen Kurs treu, um mehr als drei Grad erwärmen würde – nach heutigem Kenntnisstand würde dies, bedingt durch abschmelzende Polkappen, das Verschwinden eben jener pazifischen Inselstaaten zur Folge haben, die den Vorsitz der COP 23 innehatten.

Darum hatten gerade sie darauf gedrängt, Sofortmaßnahmen (sogenannte "pre 2020") auf die offizielle Verhandlungsagenda zu setzen, die schon vor 2020 CO2-Emissionen deutlich vermindern sollen. Unterstützt von China und Indien konnte schlussendlich, trotz anfänglichen Widerstands von Seiten der Industriestaaten, dieser wohl einzig nennenswerte politische Disput gelöst werden.

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium, berichtet in einer Presserunde, die erste informelle Fassung des Regelwerks decke bereits alle wichtigen Aspekte ab und man hätte sich auf die wichtigsten Ausführungsbestimmungen einigen können. Demnach liegt ein Plan vor, um einheitliche Transparenzregeln zur Messung und Berichterstattung von CO2-Emissionen zu erarbeiten. Gleichzeitig wurden mit der Anerkennung einer offiziellen Plattform für lokale Gemeinschaften und indigene Völker und dem Beschluss eines Gender Action Plans auch auf Seiten der Civil Society Zugeständnisse gemacht.

Jochen Flasbarth – Staatssekretär BMUB
Jochen Flasbarth – Staatssekretär BMUB

Der vorherrschende Pragmatismus der COP 23 bestätigt, dass es seit den Pariser Verträgen einen staatenübergreifenden Konsens zum Klimawandel und seinen Auswirkungen gibt. Geschichten der Ungerechtigkeit und des Leidens, ob als politisches Druckmittel oder als ideologischer Motor, scheinen damit fast überflüssig geworden, die reine Bekenntnisebene überwunden.

Doch ein Ja ist noch kein Wie. Trotz der als konstruktiv gefeierten Arbeitsergebnisse der Verhandlungsrunden und Zugeständnisse an die Civil Society wurden große Streitfragen auf der COP 23 nicht ausgehandelt: die noch ausstehende Ratifizierung zur Doha-Ergänzung, die Festlegung für konkrete Finanzierungsmechanismen bei Klimaschäden und Klimaadaptierung oder die Definition von Sofortmaßnahmen vor 2020 – lediglich ein zeitlicher Rahmen zur Besprechung dieser wesentlichen Punkte wurde festgelegt.

Mit Fidschi hatte ein Staat den Vorsitz der COP 23 inne, der die Tradition des „Talanoa“ mitgebracht hat und anwenden wollte. Als kommunikatives Instrument besitzt „Talanoa“ vor allem dort seine Chancen, wo Menschen vom Klimawandel überzeugt und Maßnahmen bildhaft und mit praxisnahen Bezügen verdeutlicht werden müssen. Seine Grenzen erhält Storytelling dort, wo Eigeninteressen mit starker Vehemenz verteidigt werden, auch wider besseres Wissen. Die Geschichten, die erzählt werden müssen, sind nicht mehr die des Klimawandels, sondern es sind die wegweisenden und erfolgreichen Geschichten und Beispiele aus der Praxis der Klimaschützer – Geschichten von Aktivisten, Institutionen, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern.