Wissen.
Wirkung.
Werte.
Wissen.
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Werte.

Unser Claim bringt auf den Punkt, was uns auszeichnet: Wir verstehen nicht nur die komplexen gesellschaftlichen Zusammenhänge, sondern auch die spezifische Situation unserer Kunden.

Durch strategisch gesteuerte Prozesse erzielen wir Ergebnisse, die Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft verändern können.

Und durch zielgerichtete Kommunikation, die eine klare Haltung vermittelt, investieren wir in die Beziehungen unserer Kunden zu ihren Stakeholdern und schaffen Werte.

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Politischer CEO – neue Rolle in unsicheren Zeiten

Berlin/Frankfurt am Main, 16.02.2017

von Thorsten Plath

Populistische und nationalistische Tendenzen werden auch in westlichen Demokratien immer einflussreicher. Nicht erst mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sind ihre Vertreter an den Hebeln der Macht angekommen: Bereits einige Monate zuvor deutete die ‚Brexit‘-Entscheidung in diese Richtung, und in weiteren Ländern Europas zeichnet sich Ähnliches ab, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des kontrovers diskutierten Themas Zuwanderung.

Politische Tendenzen, das wird hiermit erneut deutlich, sind wirkmächtig für die Wirtschaft. Derzeit zeigen sie sich in protektionistischen Strömungen, die noch vor kurzem aus der Zeit gefallen zu sein schienen. Auf eine Jahrzehnte währende Phase von Liberalisierungen, Marktöffnungen und freiem Handel scheint eine Zeitenwende zu folgen, die in immer mehr westlichen Ländern mit dem Wunsch nach größtmöglicher Marktabschottung und national motivierten Geschäftsstrategien verbunden ist und dabei Slogans und Doktrinen aus der jüngeren Vergangenheit aufgreift. ‚America First‘ erinnert an das „Acheter Francais“ der 1950er Jahre.

Kaum jemand personalisiert diese protektionistischen Entwicklungen derzeit wahrnehmbarer als der neue Präsident der USA, der seit seiner Amtseinführung zügig wirtschaftspolitische Fakten schafft. Als ‚CEO der Vereinigten Staaten‘ mit einem Verständnis von Politik als ‚Deal Making‘ und rigorosen Fokus auf den heimischen Markt zwingt er Wirtschaftsbosse weltweit zum Offenbarungseid in Bezug auf die neue Protektionsdoktrin der US-Wirtschaft. Seine (wirtschafts-)politischen Entscheidungen haben naturgemäß direkte Auswirkungen auf den ökonomischen Sektor, nota bene Konzerne mit grenzüberspannenden Wertschöpfungsketten.

Während Wirtschaftsvertreter westlicher Länder auf die protektionistische Standortpolitik des US-Präsidenten noch mehrheitlich abwartend agieren, ist ein verändertes Kommunikationsverhalten der CEO internationaler Unternehmen zu beobachten. Höchstpersönlich und öffentlich bekräftigten jüngst die Chefs von Unternehmen wie General Motors, Fiat Chrysler, Wal Mart oder Amazon die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA sowie Investitionszusagen für dortige Produktionsstandorte, um sich angesichts der neuen Situation Spielräume für ihr unternehmerisches Handeln zu sichern. Auch der südkoreanische Autobauer Hyundai kündigte US-Milliardeninvestitionen an, derweil Werner Baumann, CEO des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, sowie der US-Saatgutriese Monsanto ebenfalls mit Investment- und Arbeitsplatz-Versprechen für die geplante Fusion ihrer Unternehmen warben, für die sie auf das Wohlwollen der Aufsichtsbehörden angewiesen sind. Unerheblich ist, ob es sich jeweils um genuin neue unternehmerische Entscheidungen handelt oder taktisch motivierte Erneuerungen bereits getroffener Entscheidungen: Den CEO scheint hier eine Erfüllungsrolle vor politischer Kulisse zugewiesen zu werden.

In Bezug auf die protektionistische Handelspolitik des neuen US-Präsidenten gibt es Anzeichen, dass die neuen Entwicklungen auf die deutsche Wirtschaft durchschlagen werden. Dafür steht nicht nur das Beispiel BMW, von Präsident Trump jüngst explizit genannt, auch der Verlust eines Großauftrags des schwäbischen Autozulieferers SHW durch den US-Autobauer Tesla könnte als Beleg für neue Prioritäten gewertet werden: Teslas CEO Elon Musk ist bekanntlich Berater von US-Präsident Donald Trump. Damit kämen auf europäische Firmenchefs neue Herausforderungen auch in ihren Heimatmärkten zu, zwingt doch die nationalpolitische Aufladung wirtschaftlicher Themen Unternehmen, jenseits unternehmerischer Überlegungen auch politisches Agenda-Setting zu berücksichtigen.

Als Antwort auf diese Tendenzen werden wir künftig einen weiteren Typus von CEO sehen, der je nach Geschäftsmodell, unternehmensinternen Strukturen und den Märkten, mit denen das Unternehmen in Kontakt ist, noch aktiver an politischen und gesellschaftlichen Diskussionen teilnehmen, Beziehungen intensivieren und ggf. auch kontrovers Position beziehen wird: Mit der sichtbaren Politisierung der Wirtschaft wird der CEO zum Politischen CEO.

Dabei ist das denkbare Themenspektrum breit: Ein klares Bekenntnis für Europa kann ebenso dazugehören wie ein nachdrückliches Ja für den gemeinsamen Binnenmarkt und die Unterstützung für Europas spezifisches Wirtschaftsmodell, als starkes Gegengewicht z.B. zu den zunehmend protektionsgetriebenen USA. Die jeweilige Ausprägung wird dabei naturgemäß davon bestimmt werden, inwiefern eine CEO-Rolle als aktiver politischer Akteur zur Sicherung von Geschäftsgrundlage und -erfolg beiträgt. Aber auch jenseits dieser notwendigen geschäftlichen Erwägungen werden CEO, vor dem Hintergrund absehbarer politischer Herausforderungen und im wohlverstandenen Eigeninteresse, mehr und mehr persönliche Haltungen vertreten, die eine aktive Rolle in der politischen Diskussion nahelegen. 

Jedoch: Ein Politischer CEO wird sich nicht nur mit rein unternehmensbezogenen Politikthemen auseinandersetzen, sondern auch zu übergreifenden, zunächst geschäftlich weit entfernt scheinenden Entwicklungen und Herausforderungen öffentlich Stellung beziehen, die mit dem wirtschaftlichen Erfolg eines Landes und damit dessen Unternehmen direkt verknüpft sind – Themen wie Sicherheit, Bildung, Zuwanderung, staatliche Investitionen oder die Zukunft der Arbeit. Der Politische CEO wird zudem auch unternehmensintern wirken, im besten Falle positiv: Ein Chef mit Themen und Positionen, die über den eigenen Unternehmens- oder Branchenkontext hinausgehen, wird intern anders wahrgenommen, wie traditionell gerade in Eigentümer- oder Familien geführten Unternehmen zu beobachten ist. Dabei schaffen neue Themen übrigens auch neue Herausforderungen, die es dann intern aktiv zu steuern gilt.

Der sich abzeichnende Rollenwandel angesichts neuer politischer Konstellationen und ihrer Auswirkungen gilt dabei nicht nur für Großkonzerne: Auch der international agierende Mittelstand und global aufgestellte Familienunternehmen werden auf die neuen Entwicklungen mit neuen Haltungen antworten müssen. Und in diesen unsicheren Zeiten wird für den Politischen CEO eines klar sein: Sein Unternehmen bleibt erfolgreich, sofern es ihm gelingt, gegenüber Politik und anderen wichtigen Gegenübern glaubwürdig und klar Stellung zu beziehen, wichtige Partner einzubinden und Akzeptanz für unternehmerische Entscheidungen zu erzeugen. Beziehungspflege wurde das früher genannt, heute sagt man dazu Stakeholder Management: (Nicht nur) für den Politischen CEO ist das damit gemeinte strategische Handeln in viele Richtungen unverzichtbar für wirtschaftlichen Erfolg.

 

THORSTEN PLATH
Business Director

Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH
Büro Frankfurt am Main / Platz der Einheit 1 / 60327 Frankfurt am Main
Fon +49 69 97503176
Mail: t.plath@jk-kom.de