Der Roundtable Wärmewende hat im Februar 2026 neues Policypaper für eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung veröffentlicht. Unter dem Titel „7 Schlüssel für einen praktisch gelingenden Wärmekonsens“ legt die branchenübergreifende Allianz konkrete Vorschläge vor, wie eine bezahlbare Wärmeversorgung, Versorgungssicherheit und Klimaziele zusammengeführt werden können – als Grundlage für einen politischen und gesellschaftlichen Wärmekonsens.
Der Roundtable Wärmewende zeigt zentrale Handlungsbedarfe in den rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen auf, um Kommunen, Stadtwerke, Wohnungs- und Bauwirtschaft sowie privaten Eigentümer verlässliche Perspektiven zu schaffen, mit denen Investitionen in Gebäude, Netze und Erzeugung ausgelöst werden können.
Die Umsetzung der Vorschläge des Roundtables führen zu einem politischen Wärmekonsens, der Gebäude-, Energie-, Infrastruktur- und Finanzierungspolitik verzahnt, tragfähige Kompromisse zwischen Politik, Wirtschaft, Kommunen und Gesellschaft ermöglicht und über Legislaturperioden hinweg Bestand hat.
„Für die Wohnungswirtschaft ist klar: Die Wärmewende kann nur gelingen, wenn der Fokus von starren Einzel-Gebäudestandards auf eine wirksame und bezahlbare CO₂-Vermeidung insgesamt verlagert wird. Viele Gebäude sind bereits saniert, weitere Schritte stoßen jedoch oft an wirtschaftliche Grenzen. Deshalb brauchen wir einen entschlossenen Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen als geförderte Alternative. Denn weder können für Sanierungen unbegrenzt Mieten erhöht werden, noch ist es realistisch, den Netzausbau allein den Vermietern oder Mietern aufzubürden. In der Übergangsphase bis zur Verfügbarkeit von Wärmenetzen müssen deshalb auch flexible, pragmatische Lösungen möglich sein.“
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW
Im Vorlauf der Bundestagswahl 2025 hat der Roundtable Wärmewende sich für einen Paradigmenwechsel in der deutschen Wärmepolitik hin zu leistbaren und sozialverträglichen Lösungen eingesetzt. Das untenstehende Positionspapier wurde gemeinsam erarbeitet von den Verbänden die Bauindustrie, dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) sowie von den Energieunternehmen Stadtwerke München GmbH, enercity AG, Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH sowie die EWS Elektrizitätswerke Schönau eG und von Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, namentlich die jenawohnen GmbH und die Märkische Scholle eG. Statt einer Fokussierung auf eine Sanierung der Gebäude auf hohe Effizienzhausstandards, fordert der Roundtable die Anwendung der goldenen Regel der Wärmewende: Wärmenetze mit Erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme wo möglich, Einzelhauslösungen mit Wärmepumpe wo nötig und unter Berücksichtigung der Kapazitäten des Stromnetzes möglich.
Für das Gelingen der Wärmewende ist außerdem ein überparteilicher „Wärmekonsens“ mit langfristigen, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen anzustreben, damit Investitionen in Infrastruktur gelingen und die Klimaziele eingehalten werden. Dabei ist es wichtig, soziale Gerechtigkeit zu wahren, öffentliche Mittel gezielt einzusetzen, vulnerable Gruppen zu schützen und ihnen nicht-stigmatisierende Hilfen zu bieten, um eine gerechte und nachhaltige Wärmewende sicherzustellen.
„Der Roundtable Wärmewende legt die Finger in die richtigen Wunden: Klimaschutz gelingt nur mit bezahlbaren und sozial verträglichen Lösungen! Statt teurer Sanierungszwänge brauchen wir Vorrang für erneuerbare Energien, gezielte Gebäudemodernisierung auf Wärmepumpentauglichkeit und einfache, kosteneffiziente Einsparmaßnahmen. Nur so erreichen wir die Klimaziele, ohne Mieter und Eigentümer zu überfordern – und genau daran muss sich auch die EPBD messen lassen!“
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW)
„Fernwärme ist ein effizienter Weg zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung. Für deren Ausbau sind jedoch Investitionen in KWK-Anlagen, Wärmenetze und Wärmespeicher dringend notwendig. Die längst überfällige Verlängerung des Kraft-Wärme-Koppelungsgesetzes sorgt für den dringend notwendigen Rückenwind bei der Energiewende. Ohne dies hätte ein Stillstand beim Ausbau der Fernwärme gedroht. Sie ist aber nur ein zeitlich eng begrenzter Schritt, der mit einer grundlegenden Überarbeitung und Verlängerung bis Mitte der 30er Jahre fortgesetzt werden muss.“
Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU)
„Für eine erfolgreiche Wärmewende auf Basis erneuerbarer Wärmetechnologien sind Kontinuität und schrittweise Reformen ohne Brüche essenziell. Rechtliche Rahmenbedingungen wie das GEG und Förderprogramme müssen über den Regierungswechsel hinaus Bestand haben. Verlässlichkeit ist zentrale Voraussetzung für Investitionen sowohl in die überwiegend mittelständische Produktion der Anlagen als auch in den Heizungstausch. Eine Weiterentwicklung des GEG zur Entbürokratisierung und Verschlankung muss daher unter Beibehaltung der bestehenden Leitplanken des Gesetzes erfolgen. Eine fortgesetzte Stop-and-Go-Politik bei der Wärmewende wäre ökonomisch, ökologisch und angesichts unsicherer Preise für fossile Energien auch sozial kontraproduktiv.“
Dr. Simone Peter, Präsidentin Bundesverband erneuerbare Energie (BEE)
„Der Klimaschutz im Gebäudebereich benötigt ein neues Fundament. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der vorrangige Fokus auf die Energieeffizienz und damit auf die Gebäudehülle, sprich die Dämmung, kaum mehr zu nennenswerten Einsparungen geführt hat. Im Gegenteil: die Klimabilanz unserer Gebäude stagniert.“
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
2024 hatte der Roundtable Wärmewende sich zusammengefunden, um darzustellen, wie über eine Energieleitplanung und innovative Finanzierungsmodelle nach dem Prinzip des Least Cost Plannings eine nachhaltige und soziale Wärmewende gestaltet werden kann. Wir, das sind Unternehmen aus der Energiewirtschaft – die Stadtwerke München GmbH, die Hamburger Energiewerke GmbH, die enercity AG, die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH sowie die EWS Elektrizitätswerke Schönau eG und GP Joule GmbH. Wir, das sind auch Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, namentlich die jenawohnen GmbH und die Märkische Scholle eG. Initiiert und begleitet wurde der Roundtable Wärmewende von Klaus Mindrup und der Beratung Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation.
Wir vereinen Kompetenzen und Erfahrungen in Großstädten über Mittelstädte bis hin zu kleinen Dörfern, wir kennen und setzen Lösungen von und für kleine, mittlere und große Unternehmen um und vernetzen sowohl kommunale als auch private Akteure.
Bereits im Mai 2023 hat der Roundtable Wärmewende ein Policy Paper mit Empfehlungen für das Gelingen der Wärmewende veröffentlicht. In den letzten 6 Monaten hat sich der Roundtable Wärmewende erneut zusammengefunden, um wesentliche Schritte zu diskutieren, welche nach der Verabschiedung der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und des Gesetzes über die Wärmeplanung nun nötig sind, um die Wärmewende von der Theorie in die Praxis zu holen. Das Papier aus Mai 2023 finden Sie untenstehend:
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